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Nachruf
auf Gerhard Bronner
In der Nacht auf heute ist Gerhard Bronner verstorben, einer
der großartigsten Gestalter des österreichischen Kabaretts. Gerhard Bronner,
der Erfinder des "Gschupften Ferdl", aber auch politischer Lieder, wie
zum Beispiel das Lied "Androsch-Winter", wusste sein Publikum zu
begeistern.
Von Benjamin Turecek
Bronner wurde 1922 in Wien geboren, wo er zunächst den hunger kennen lernte.
1938 machte er dann seine ersten Erfahrungen mit Hitlerjungen, die ihn auf der
Straße verprügelten. Gerade noch rechtzeitig konnte er vor den Nazis nach Palästina
emmigrieren, wo er als Straßensänger und Barpianist über die Runden kommen
musste.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieg kehrte er nach Wien zurück. Dort begann er die
Zusammenarbeit mit kongenialen PartnerInnen, wie Helmut Qualtinger, Carl Mertz,
Georg Kreisler, Luise Martini und Peter Wehle zusammenzuarbeiten.
Sein 1. Programm "Brettl vor'm Kopf" wurde 1952 uraufgeführt. Es
folgten einige weitere geniale Programme.
Einige bekannte Lieder sind von ihm, darunter "der gschupfte Ferdl"
und "der Papa wird's schon richten" Aufgrund letzteren Liedes musste
übrigens Felix Hurdes 1952 zurücktreten, weil er seinen Sohn, der einen tötlichen
Autounfall produziert hatte, gedeckt hat.
Bronner ist übrigens auch gemeinsam mit Qualtinger, Interpret der berühmten
"Travnicek-Dialoge".
Bronner hatte mehrmals die Führung kleinerer Theater übernommen, was er
allerdings nie lange tat. Außerdem war er Moderator mehrer Sendungen, wie
"Zeitventil", "Guglhupf" und anderer.
Politisch meldete er sich immer wieder, so half er maßgeblich den
Nazi-Professor Taras Borodajkewycz zu Fall zu bringen. Auch im Zuge der
Waldheim-Affäre meldete er sich immer wieder zu Wort.
Daneben kultivierte er noch den jüdischen Witz.
Sich selbst betrachtete er als Sozialdemokraten, wie er in einer witzigen
Bemerkung über seine Autobiographie erzälte: "Der Merz war ein Schwarzer,
der Wehle war ein katholischer Monarchist, wie er von sich immer behauptet hat,
der Kreisler war ein linker Linker, der Qualtinger war ein Nihilist und ich war
zumindest gedanklich ein Sozi. Sie können sich lebhaft vorstellen, was da bei
Story-Konferenzen gestritten wurde. Wir haben einander zensuriert. Von goldener
Zeit war damals keine wie immer geartete Rede."
(zit. aus: http://oe1.orf.at/inforadio/72232.html?filter=5
19.1. 2007)
Gerhard Bronner war ein politischer Kabarettist, den ich
zutiefst bewundere und ich möchte ihm deshalb auf meiner bescheidenen Seite
eine Ehrung zukommen lassen.
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