BENJAMIN TURECEK        

 

 

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EHRUNG DES KABARETTISTEN FRITZ GRÜNBAUM

 

Das Jahr 2006 ist nicht nur das Mozartjahr, sondern es ist auch das Jahr in dem sich der Tod des genialen jüdischen Kabarettisten Fritz Grünbaum zum 65. mal jährt. Fritz Grünbaum wurde Opfer der Gräueltaten des NS-Regimes. Am 14. Jänner 1941 starb er im KZ Dachau.


Fritz Grünbaum stammte aus Brünn und war der Sohn einer jüdisch-deutschen Beamtenfamilie. Er widmete sich früh schon der Literatur und ab 1903 schrieb er Operettenlibretti.

Er trat häufig in kleinen Kellertheatern und Kleinkunstbühnen auf, berühmt wurde er als Conferencier an der Kellerbühne "Hölle", die im Souterrain des Theater an der Wien angesiedelt war.

Kurz vor dem 1.Weltkriegt trat er das erste Mal im Simpl auf, in dem er bis zu seinem Lebensende spielte.

Vom Krieg war er zunächst begeistert und meldete sich freiwillig. Er war auch zunächst Monarchist, was allerdings hauptsächlich daran lag, dass die Monarchie den Juden zunächst Schutz bot gegen den steigenden Antisemitismus.
Nach dem Krieg schloss er sich den Sozialdemokraten an. Er spielte im Simpl, sowie im Ronacher und trat auch häufig in Berlin auf. Bald begannen Wien und Berlin um Grünbaum zu streiten, beide waren stolz auf "ihren" Conferencier.

Grünbaum schrieb mehrere Gedichte, Stücke, Sketche und nicht zuletzt ist er der Erfinder des Genres "Doppelconference".

Mit Karl Farkas trat er auch immer wieder auf und die beiden wurden ein beliebtes Duo. Allerdings gab es zwischen ihnen auch Rivalitäten. (Zitat: Grünbaum: "Farkas? - Hut auf!")

Mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten wurden die Programme Grünbaums politischer. Er griff den Faschismus und auch den Antisemitismus in seinen Programmen immer wieder an. Das letzte Simplprogramm mit Grünbaum fand 1938 am 10. März statt. (Zitat: "Ich sehe nichts - da muss ich mich in die nationalsozialistische Kultur verirrt haben.")

Grünbaum war außerdem begeistertet Kunstsammler, der u.a. Werke von Dürer und Rembrandt, aber auch von Schiele bei sich hatte. Diese wurden allerdings später arisiert.

Grünbaum wollte 1938 in die Tschechoslowakei flüchten, wurde aber von dort abgeschoben und zurückgeschickt. Von den Nazis wurde er verhaftet und nach Dachau gebracht. Selbst in der Haft verlor er den Humor nicht: "Jetzt ist mir die Relativitätstheorie klar. Ich gehe und gehe - und trotzdem sitze ich."
Im KZ spielte er für seine Mithäftlinge noch an vielen Abenden Kabarett um ihnen das Leben zu erleichtern, bis 2 Wochen vor seinem Tod. Am 14.1. 1941 verstarb er, angeblich an Herzversagen.

Seine unvergesslichen Pointen sind zum Teil heute noch aktuell. Zum Beispiel der Schüttelreim über die Zeitungen:

"Man kann wenn sie Berricht erstatten,
Genau wer sie besticht erraten."