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Die Badener Cops Großer
Aufruhr spielte sich an dem Morgen um 8 Uhr ab, als die Leiche des Hundes am
Doblhofteich gefunden wurde. Burli hatte er geheißen, dieser Hund, und der Frau
F. hatte er gehört. Diese stand zitternd neben der Leiche ihres Lieblings, den
man kaltblütig erschossen und dann in den Teich geworfen hatte. Einige andere
alte Damen standen herum und versuchten der verzweifelten Dame Trost
zuzusprechen. Worte fielen wie: „Jessas, dass sowas gibt !“ – „Das arme
Hunderl !“ – „Na, die heutige Jugend !“ – „Verzeihung, woher wissen
Sie, dass es ein Jugendlicher war, der....“ – „Widersprechen’s mir
nicht, das war die heutige Jugend. Nix ist ihnen mehr heilig.“ – „Ja
genau, die Neger laufen bei uns herum, dafür bringen’s die Hund um.“ –
„Na, des hätt’s net geben unterm....“ und dergleichen, Baden ist eben
eine feinfühlige und solidarische Stadt. In wenigen Augenblicken war auch der Bürgermeister
hier, ließ sich beim Trösten der Frau F. fotografieren, dann ließ er sich mit
den anderen alten Frauen fotografieren, dann ließ er sich mit der Leiche Burlis
fotografieren und schließlich zog er sich aus, stieg in den Doblhofteich und
ließ sich dort beim Nacktbaden fotografieren.
Gegen
11 Uhr trafen sie dann ein, die beiden Mordbeauftragten der Badener Kripo, Hansi
und Beck, gingen jedoch gleich wieder, als sie nur die Leiche des Hundes
entdeckten. Man hatte ihnen von einem „furchtbaren Mord im Doblhofpark“
berichtet und sie hatten geglaubt, ein Mensch sei ermordet worden. Als sie sich
stadteinwärts wieder entfernen wollten, rannte ihnen Frau F. nach und schrie:
„Warten’s ein bisserl, die haben mein Burli erschossen.“ – „Wir sind
von der Mordkommission, nicht von der Kadaververwertung.“ – „Das ist Mord,
mein armer Burli!“ schrie Frau F. „Tun Sie doch was!“ Das Gezeter ging den
ganzen Weg vom Doblhofpark zum Hauptkommissariat in der Hildegardgasse, bis
Kommissar Beck Mitleid bekam (oder entnervt war) und fragte: „Na gut, haben
Sie einen Verdacht?“ – „Ja, die Frau S. Weil es ist in der ganzen Stadt
bekannt, dass sie Hunde bis aufs Blut hasst.“ – „Hat die nicht für Sie
gearbeitet?“ – „Ja, eh sehr gut. Nur hab ich ihr dann nicht den vollen
Lohn auszahlen können und dann ist sie gegangen.“ – „Ja, und warum
konnten Sie das nicht?“ – „Na weil da ist so ein netter Herr, dem möchte
ich alles geben.“ – „Aber die Frau S. hat doch wesentlich mehr gemacht für
Sie wie der.“ – „Na und, aber mein Geld kriegt, wer ich will. Und außerdem
sollen Sie in einem Mordfall ermitteln und nicht blöd daherreden.“ – „Ja,
ja. Mach ma“ sagte Beck. Dann ging Frau F. und kurz darauf gingen auch die
zwei Kommissare, ohne sich weiter um den Fall zu kümmern. Am
nächsten Tag bereuten sie allerdings diese Entscheidung, denn als sie am Morgen
durch den Doblhofpark schlenderten, sahen sie bereits von weitem, wie sich der Bürgermeister
wieder einmal in verschiedenen Posen fotografieren ließ. Das ließ sie bereits
Böses ahnen. Als sie hinkamen lag dort die Leiche der Frau F., ermordet auf
dieselbe Weise, wie einen Tag vorher ihr Burli. Hansi und Beck beschlossen
sofort zu handeln und gingen einen Kaffee trinken. „Glaubst du, dass die S.
das war?“ fragte Beck – „Na ja, die Indizien sprechen gegen sie.“ meinte
Hansi. – „Schon, es ist auch so, dass sie eine Rote ist, wahrscheinlich die
einzige in Baden, die die SPÖ wählt, das ist auch verdächtig. Aber trotzdem
trau ich ihr keinen Mord zu.“ – „Na ja. Ich eigentlich auch nicht, aber
wir müssen unseres Amtes walten.“ So gingen sie Mittag essen und machten dann
ein Nachmittagsschläfchen und gingen dann zu Frau S., um sie zu befragen.
„Wissen Sie, dass gestern der Hund von Frau F. und heute sie selbst ermordet
wurde?“ fragte Hansi. Frau S. meinte: „Hat sich endlich wer gfunden, des
blede Hundsviech und die andepperte Oide hamzudrahn?“ – „Sie machen sich
gerade verdächtig, ist Ihnen das klar?“ meinte Hansi und Beck hakte nach:
„Haben Sie Frau F. und ihren Burli ermordet?“ – „San’s jetzt total
deppert wurn?“ – „Wo waren Sie gestern und heute so gegen 5 Uhr?“ –
„Da bin i grad aufgstanden und hab mir einen Kaffee gemacht.“ – „Kann
das wer bezeugen?“ – „Nein, ich war allein.“ – „Blöde
Geschichte.“ Damit gingen sie
wieder. Dennoch
blieb Frau S. Hauptverdächtige, zumal sie plötzlich verschiedene Leute am
Tatort gesehen haben wollten, die zwar nachweislich zu der Zeit daheim gewesen
waren, aber immerhin, Frau S. war Sozialdemokratin und Hundehasserin und beides
war in Baden bei Wien ein Verbrechen und daher glaubten alle zu wissen, dass sie
es gewesen sein musste. Am
nächsten Tag kam dann der junge Mann, von dem Frau F. gesprochen hatte. Er
wollte seine „liebe alte Freundin Frau F.“ besuchen und zeigte sich sehr
schockiert über den Tod derselben. Dennoch kam es Beck sehr verdächtig vor,
wie er sich verhielt und er beschloss, ihm ein paar Fragen zu stellen. Sie
trafen sich in der Wohnung von Frau F., die ja jetzt dem Herrn gehörte. „Sagen
Sie“ fragte Beck. „Wissen Sie, wen Frau F. in ihrem Testament bedacht
hat?“ – „Nein“ – „Wirklich nicht?“ – „Nein!“ – „Na ja,
das sind nämlich Sie, der alles erbt und ich kann mir nicht vorstellen, dass
Sie das nicht wussten.“ – „Wenn Sie mich verdächtigen, dann fragen Sie in
Wien, wo ich wohne, nach, dort war ich nämlich bis heute und heute bin ich erst
losgefahren.“ Damit
war die Sache beendet. Das Alibi stimmte, das wurde mehrfach bestätigt. Also
war doch die Frau S. hauptverdächtig. Beck meinte: „Ich glaub das halt noch
immer nicht recht.“ Und er griff zu einer Zeitung, da sah er die Fotos des Bürgermeisters.
„Weißt, was mir auffällt, Hansi?“ – „Was?“ – „Na der Bürgermeister,
der war doch früher auf jedem Foto, dann hat man ihn lang nicht mehr gesehen
und jetzt nach dem Mord...“ Hansi sprang auf: „Das ist es!!!!“ –
„Was?“ – „Das ist es!!!!! Komm mit!!!“ Und sie rannten los, direkt zum
Rathaus. Der Bürgermeister hieß sie freundlich willkommen. „Und, meine
Herrn, wie laufen die Fahndungen ?“ – „Gut, Herr Bürgermeister“, meinte
Hansi. – „Haben Sie den Täter?“
– „Wir wissen, wer es war.“ – „Die alte S.“ – „Nein, die
nicht.“ – „Also doch der junge Herr aus Wien.“ – „Nein, der hat ein
Alibi.“ – „Wer dann?“ – „Sie, Herr Bürgermeister!“ Beck erschrak:
„Bist du verrückt?“ Der Bürgermeister meinte: „Das wollte ich auch
gerade fragen. Sie sind ja wohl übergeschnappt. Warum sollte ich einen Mord
begehen?“ – „Aus Mediengeilheit. Sie sind nicht mehr oft genug
fotografiert worden und Sie wussten, dass Sie bei einem Mord wieder in der
Zeitung stehen würden. Also haben Sie den Hund von Frau F. und dann Frau F.
selbst ermordet.“ - „Absurd!“ murmelte der Bürgermeister, aber er
klang nicht mehr so ganz überzeugt. – „Wo waren Sie an den beiden Tagen so
um 5 Uhr herum?“ Der Bürgermeister stockte kurz, dann riss er eine Hintertüre
auf und rannte los. Beck und Hansi rannten hinterher.
Auf der Straße rannte der Bürgermeister Richtung Kurpark. Dort spielte
gerade die Badener Kurkappelle, durch die Leute dort mussten sich der Bürgermeister
und seine Verfolger durchkämpfen. Dann rannte der Bürgermeister am
Lanner-und-Strauß-Denkmal vorbei, Richtung Beethoventempel. Dort rannte er eine
Treppe hinauf, die beiden Kommissare verteilten sich und schnitten ihm so den
Weg ab. Der Bürgermeister war nun im Beethoventempel gefangen. „Sie sind vorläufig
festgenommen, wegen des dringenden Tatverdachts Frau F. ermordet zu haben!“
sagte Hansi. Der Bürgermeister wollte daraufhin über die Brüstung entkommen,
wurde aber von den beiden geschnappt und verhaftet. Immerhin für eine Woche
zierte sein Foto die Ausgaben der Badener Zeitungen, insofern hatte sich sein
Wunsch erfüllt. Wenn
es den Autor freut, dann: Fortsetzung folgt.... |