SOMMERGESPRÄCHE
(von Ben Turecek)
Eine der großartigsten
Ideen unserer Medienverantwortlichen waren ja die Sommergespräche,
in denen Künstlerinnen und Künstler,
führende
Politikerinnen und Politiker interviewen durften, um sie mit beinharten
Fragen vor der Öffentlichkeit zu entzaubern. Und
geleitet wurde
das ganze von der kompetenstesten Moderatorin, die es in österreichs
Medienlandschaft gibt, Frau Turnherr, die
sich durch ihr
übermächtiges „meine Herren, meine Herren… bitte…“ bereits einen
Namen gemacht hat. Trotzdem schien sich die
Begeisterung
in Grenzen zu halten. Ein Vorschlag meinerseits, man hat die falschen
Künstlerinnen und Künstler genommen. Alles
wäre doch
ganz anders gekommen, wenn man den richtigen Künstler genommen hätte:
Ankündigung:
Sommergespräche mit Ingrid Turnherr und Anarchokomiker Alf Poier,
heute mit dem Bundesparteiobmann der FPÖ,
Heinz Christian
Strache.
Ingrid Turnherr
(I.T.): Meine Damen und Herren, ganz herzlich willkommen zu den Sommergesprächen,
ich begrüße hier bei mir den
Bundesparteiobmann
der Freiheitlichen Partei Österreichs..
Strache (H.C.): Schönen guten Abend.
I.T.: Und den steirischen Kabarettisten Alf Poier…
Poier (P): Na, bitte. I bin net Kabarettist..asi..mi..nup… i bin Botschafter
für Bewusstsein, Scheißdreck und Kunst und…
H.C.: Herr Poier, ich finde das unglaublich, wie sie gleich am Anfang
eines Interviews mit mir das Wort Scheißdreck benützen. Das
ist wieder
bezeichnend für die linke Kulturmafia in diesem Land.
P: Jo, des is gonz richtig, und da hab i a wos passendes bastelt, i hob
da an Tee und darauf steht Pa und des is a Patee, oiso Pate,
so haßen
jo die Chefs von da Mafia…nisi…
I.T.: Ja, meine Herren, wenn wir uns nun wieder konkret einem Thema zuwenden
könnten, ich denke da an…
H.C.: Na moment Frau Turnherr, ich möchte hier schon einmal anmerken,
dass dieses Gespräch schon wieder einmal typisch für
den Umgang
der Medienlandschaft mit uns Freiheitlichen ist, zuerst werden wir ignoriert
und dann setzt man uns einen steirischen
Anarchokomiker
gegenüber, der sich in persönlichen Beschimpfungen ergeht, was
soll uns das sagen?
P: Jo, die Leit frogn mi a imma, wos wüst du mit deim Programm aussagen,
aber i geh ja a net zum Billa und wenn mir die vom
Gschäft
sogt: „2 Euro 50“, frog i a net, „wos woins damit aussagen?“
H.C.: Herr Poier, ich lass mir von ihnen nicht verbieten, Fragen zu stellen,
nach der Aussage dieser Einladungspolitik. Uns
Freiheitlichen
wird von den linken Gutmenschen eh viel zu oft der Mund verboten, das
sind Zustände wie in der DDR mit ihren
Geheimdiensten.
P: Ja, apropos Geheimdienste, letzten Sommer woa i in Australien und da
woas so heiß, hob i glei den Geheimdienst angrufn und
mi beschatten
lassen.
I.T.: Meine Herren, bitte…
P: Es is ja a, imma wenn ma den Radio aufdraht, sogns: „Jetzt noch mehr
Hits auf Ö3“ und dann drah i wieda o, weil, i hob an Radio
und kann Heizkörper
kauft.
I.T.: Herr Poier, könnten sie dem Herren Strache bitte eine konkretere
Frage stellen?
P: Ja, oiso a Katz geht üba d’ Straßn und zerbricht in da Mittn,
warum?
H.C.: Ja, also aus Sicht der Freiheitlichen ist dieses Thema eng verbunden
mit der Überfremdung und der mangelnden Sicherheit in
diesem Land…
P: Sicherheit. Jo, oba wos is scho sicher? I man, jo jetzt kenntn sie
sogn sicher is, dass wir da sitzen, oba des is net sicha, wir
kenntn des a
nur träumen und dann gabats uns gor net.
H.C.: Also, natürlich gibt’s uns, vor allen mich und die Freiheitliche
Partei Österreichs und das werden die Wähler beim nächsten
Mal auch beweisen.
I.T.: Meine Herren… vielleicht…
P: Jo beweisen, beweisen… wann des ganze Universum nur a Stück Speck
is, des herumfliagt, wozu warat des guat? Fir nix, oba
so is und des
ko ma a net beweisen.
H.C.: Schauen sie ihre Programme mögen vielleicht für nichts
sein, aber wir Freiheitlichen, wir stehen für was und unser Programm
ist für
die einfachen fleissigen tüchtigen Menschen.
P: Jo, da kann i nur sogn: Ein Mann ging hinaus um die Welt zu erforschen
und als er sie erforscht hatte, gab er ihr einen Namen:
Plem plem.
H.C.: Herr Poier, ich werde diese Beleidigungen nicht auf mir sitzen lassen.
Wir sind eine anständige Partei für die aufrechten
Bürger,
im Gegensatz zu ihnen mache ich keine kindischen Zeichnungen oder Sprüche
oder stelle mich lallend auf eine Bühne…
P: Jo, des is der Unterschied, i mochs und i steh dazu, weil i wü
bled sein, oba sie woin ja gscheit sein und des kummt dabei ausse.
I.T.: Meine Herren, die Zeit ist um, vielen Dank für dieses Gespräch,
ich verabschiede mich von ihnen und auch von ihnen meine
Damen und Herren.
Wie waren die
Reaktionen auf dieses Gespräch:
„Herr Strache
ist am Ende“ (Bundesvorstand der Wiener SPÖ)
„Wurscht, alles Männer, alles Schweine!“ (Bundesvorstand der Grünen)
„Die Turnherr ist aber eine Frau.“ (Johannes Voggenhuber)
„Gusch, du Sexistenschwein!“ (Bundesvorstand der Grünen)
„Strache glänzt wie immer. Poier kann mit seinem kindischen Gelalle
mit unserem H.C. nicht mithalten“ (Bundesvorstand der FPÖ)
„Ich fand den Poier supper!“ (Ein Poierfan)
„H.C. Du bist ur geil.“ (Ein Strachefan)
„Poier und H.C. ich will ein Kind von euch!“ (Eine Unentschlossene)
„Südtirol ist ein Teil des von Linksfaschisten unterwanderten Österreich.
Tut doch was!“ (aus dem Büro des 3.
Nationalratspräsidenten)
„Sieg Heil!“ (Das hat nie einer gesagt)
„Ich hab den Poier nicht verstanden.“ (Bundeskanzler Werner Faymann)
„Ich war mit beiden zufrieden.“ (Bundespräsident Heinz Fischer)
„Am Anfang war das Wort und das Wort war bei mir und ich war das Wort“
(Cato)
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Aktualisierung: 24.04.07 |